Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Beitrag vom 20 Okt, 2021

Von Zdenka Hanakova

Beschreibung

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 30 m erreicht. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind die Berg- und Schluchtwälder des Balkans. Heute steht die Kastanie überall in Europa. Typisch für sie sind die großen, fingerartigen Blätter mit langen Stielen und die runden braunen Samen (Früchte), die in stacheligen, grünen Hüllen wachsen.

In Deutschland wurde 2005 zum Baum des Jahres (dank seiner Gefährdung durch die Rosskastanienminiermotte) und 2008 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Erkennungsmerkmale

  • Stamm: kurzer, vollholzig, bis 1 m Durchmesser
  • Rinde: erst hellbraun bis braun und glatt, später etwas rötlich und dann graubraun, mit grobrissigen Platten, die sich aufbiegen und in Schuppen abblättern
  • Krone: rund und breit, mit schweren dunklen nach unten gebogenen Ästen
  • Knospen: sehr groß und klebrig
  • Blätter: sehr groß (10 bis 25 cm), fingerförmig gefiedert, oberseits sattgrün, kahl, schwach glänzend und unterseits hellgrün mit filzigen Adern, Blattstiel bis zu 20 cm lang, die einzelnen Fiederblätter länglich verkehrt-eiförmig, zwischen 5-7 in der Anzahl, vorn zugespitzt und mit doppelt gesägtem Blattrand
  • Blüte: Mai bis Juli, zahlreich, bis 30 cm hoch, aufrecht, endständiges Rispenstrauß (sog. Kerze), weiß mit gelben und roten Flecken
  • Frucht: September bis November, grüne, kugelig-stachelige, 5 bis 6 cm große zwei- bis dreifächerige Kapselfrucht, mit rundlich abgeflachten, rot-braunen, glänzenden Samen (Kastanien), mit einen großen, weißlichen Nabelfleck

Sammelzeit

März, Mai, September/Oktober

Blüten, Rinde, Samen

Verwechslung

Mit anderen Kastanienarten oder mit essbarer Edelkastanie, ungiftig, die enthaltenen Saponine und Gerbstoffe sind nicht giftig, können aber bei Überdosierung den Magen reizen.

Inhaltsstoffe

Aescin, Aesculin, Alantoin, Angelinsäure, Bitterstoffe, Cholin, Cumarine, Cyanidin, Flavone, Flavonglykoside, Fraxin, Gerbsäure, Gerbstoffe, Kampferöl, Linolensäure, Saponine

Eigenschaften

adstringierend, antibakteriell, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, tonisierend, zusammenziehend

Hilft bei

Arteriosklerose, Augenringe, Ausfluss, Diabetes, Durchfall, Ekzeme, Erkältungen, Fieber, Frostbeulen, Geschwollene Beine, Geschwüre, Gicht, Hämorrhoiden, Hautprobleme, Ischias, Keuchhusten, Kreislaufschwäche, Leberschwäche, Lupus, Magenkrämpfe, Nervenschmerzen, Ödeme, Offene Beine, Rheuma, Schwere Beine, Venenentzündungen, Venenerkrankungen, Wadenkrämpfe, Wunden

Anwendungen

Durch die enthaltenen Saponine und Gerbstoffe wird die Kastanie vielseitig verwendet. Genutzt werden können sowohl die Früchte als auch die Blüten und die Rinde.

In der Heilkunde

Im März wird die Rinde junger Kastanienzweige gesammelt und als Badezusatz oder in Cremes gegen Venenprobleme angewendet.

Die frisch gepflückte Rosskastanienblüten lassen zu einem wohltuenden Tee verarbeiten. Dieser kann bei unruhebedingten Einschlafproblemen helfen und auch festsitzenden Husten lösen.

Heilsame Tinkturen die sich leicht aus den Blüten als auch aus den Samen herstellen lassen, wirken zusammenziehend und stärken die Blutgefäße. Sie werden besonders bei Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt. Kastanienblüten-Tinktur wird zur Stärkung der Venen angewendet. Sie wirkt etwas milder und wird zum Beispiel auch gegen Husten eingenommen. Mit Hilfe dieser Tinktur wird auch eine Kastaniensalbe hergestellt, die ähnliche Wirkung hat, stärkt die Gefäße und fördert die Durchblutung.

Andere Anwendungen

Als Badezusatz, Wasch- oder Putzmittel, Kosmetik

Rezepte

Erstaunliche Kastanien-Anwendungen findest du hier.

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