Gundermann (Glechoma hederacea)

Beitrag vom 1 Mrz, 2021

Von Zdenka Hanakova

Beschreibung

Der schöne, blau bis lila blühender Gundermann wächst in Laub- und Mischwäldern, aber auch unter Hecken, alten Obstbäumen und an Trockenmauern. Er kriecht die Erde entlang. Er versteckt sich gern und manchmal musst du etwas nach ihm suchen. Oft ist er auch im Beet zwischen Erdbeeren zu sehen.

Beim Pflücken kann man das typische Gundermannaroma riechen. Die Pflanze ist das ganze Jahr über zu finden und wächst auch unter der Schneedecke weiter.

Der Name Gundermann oder auch Gundelrebe verrät seine Heilkraft – den Eiter zu heilen, denn dieses wurde früher oft “Gund” genannt. Gundermann ist ein wichtiger Bestandsteil der Gründonnerstagssuppe, die aus neunerlei Kräutern am Gründonnerstag zubereitet wurde und in manchen Gegenden noch heute gekocht wird.

Erkennungsmerkmale

  • der Stängel ist vierkantig, was aber erst zu sehen ist, wenn er etwas fester wird,
  • zur Blütezeit von März bis Juni stellt sich der Stängel auf,
  • der Blattstiel ist etwa genauso lang oder ein wenig länger als die Blattfläche,
  • die Blätter stehen gegenständig am Stängel,
  • sie sind nierenförmig und gewellt oder gekerbt und etwa 0,5-5 cm groß, dunkelgrün bis rötlich
  • die blauvioletten Blüten sind sehr klein und lippenförmig,
  • sie wachsen direkt am Stängel bei den Blättern,
  • an den Verzweigungen der oberirdischen Ausläufer bilden sich neue Wurzeln

Ernte

ganzjährig

feuchte nährstoffreiche Wiesen, Weiden, Heckenränder, lichte Wälder, Gärten, Böschungen

Blätter, Blüten, Triebe

Geschmack

Beim Zerreiben sehr wohlaromatisch und appetitanregend duftend, herb-aromatisch in Geschmack, die Blüten schmecken zart süßlich, auch „wilde Petersilie“ genannt.

Verwechslung

Rote Taubnessel, kriechender Günsel, Knoblauchsrauke, Ehrenpreis, alle diese Pflanzen sind giftfrei und haben nicht den typischen Gundermanngeruch.

Gundermann ist zwar für den Menschen ungiftig, aber für manche Tiere giftig, insbesondere Pferde.

Inhaltsstoffe

ätherische Öle, Bitterstoffe, Cholin, Flavonoide, Gerbstoffe, Kalium, Saponine, Vitamin C

Eigenschaften

auswurffördernd, entzündungshemmend, krampflösend, schleimlösend, stoffwechselausgleichend, trocknend, wundheilend, zusammenziehend

Anwendungen

In der Heilkunde

Als Heilpflanze ist die Gundelrebe, wie der unscheinbare Bodendecker häufig genannt wird, schon seit dem früheren Mittelalter bekannt und beliebt. Eines seiner Haupteinsatzgebiete waren eitrige Wunden, Geschwüre und Auswürfe. Vermutlich hat er daher seinen Namen: „Gund“ bedeutet im Germanischen Eiter, giftiges Sekret, Beule, faulige Flüssigkeit. Inzwischen weiß man, dass die Pflanze neben ätherischem Öl und viel Vitamin C einen hohen Gehalt an Gerbstoffen aufweist. Diese haben die Fähigkeit, wundes und eiterndes Gewebe zusammenzuziehen und zu regenerieren.

Ein Aufguss kannst du als Kompresse auflegen oder natürlich auch trinken. Er hat die Gabe die Schwermetalle im Körper zu binden und ausleiten. Wegen dieser Eigenschaft passt der Gundermann hervorragend in einen stoffwechselanregenden und entschlackenden Frühlingstee – mit seinem würzigen Aroma ist er außerdem in einer solchen Kräutermischung eine geschmackliche Bereicherung. Seine reinigenden Kräfte und das Vitamin C tragen darüber hinaus zur Stärkung der Immunabwehr und zur Regeneration nach einer schweren Krankheit bei.

Der Tee und die Tinktur des Gundermanns werden in der Volksmedizin auch bei hartnäckigen Atemwegserkrankungen eingesetzt. Das reichlich vorhandene und hochwirksame ätherische Öl der Heilpflanze lässt sich jedoch genauso gut in fetthaltigen Substanzen lösen.

Hilft bei

Blasenprobleme, Bronchitis, Darmkatarrhen, Ekzeme, Gallensteinkoliken, grippale Infekte, Halsschmerzen, Hautpflege, Husten, Leberbeschwerden, Lungenentzündungen, Magenkatarrhen, Nierenprobleme, Schwäche, Wunden, Zahnfleischentzündungen, Zahnschmerzen

In der Ernährung

Das üppig wuchernde, dunkelgrüne Gewächs darf in keiner Gründonnerstagsuppe fehlen. Auch Salaten, Dressings, Dips, Chutneys, Aufstrichen, Pestos und Kräutersalzen verleiht er eine ganz eigene Note.

Seine wintergrünen Blätter können das ganze Jahr hindurch geerntet werden, allerdings haben die jungen Triebe den besseren Geschmack. Die duftenden Blüten erscheinen zeitig im Frühjahr parallel zu Löwenzahn und Wiesenschaumkraut – je nach Witterung und Höhenlage zwischen März und Juni – und werden zusammen mit dem Kraut gesammelt.

Weiter kann er als Aromaspender (Eis, Speiseöle, Gemüse), Erfrischung des Atems, Würzen von Tee, Zutat für Kräuterlimonade, Kräuterlikör, Kräuterwein, Schnaps, Bier, Eierspeisen, Quiche, Eintöpfe, Kräuterkäse, Kräuterbutter, Kräuterquark, Smoothie oder Nachspeisen benutzt werden und die Blüten als essbare Dekoration.

0 Kommentare

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Beiträge