Top 6 Frühlingskräuter

Beitrag vom 21 Apr, 2021

Von Zdenka Hanakova

Frühlingskräuter

Im März erwacht die Natur langsam aus dem Winterschlaf und alles fängt zu sprießen und wachsen. Die Frühjahrkräuter haben jetzt eine besondere Kraft, sie musste doch auch die Erde durchdringen. Schaue mit mir sechs von ihnen an, wo du sie findest und wofür du sie nutzen kannst.

1. Giersch „Aegopodium podagraria“

Erkennungsmerkmale und Vorkommen

Giersch ist als sehr hartnäckiges Unkraut bekannt. Und es ist wirklich nicht einfach ihm loszuwerden. Die beste Lösung dabei ist, ihm einfach aufessen. Durch regelmäßige Aberntung treibt er nicht so stark aus und während der Zeit reduziert sich der Bestand merklich.

Eine weitere Möglichkeit ist, eine Giersch-Jauche zu herstellen und sie als einen ökologischen Dünger im Garten einsetzen. Alle starknährenden Pflanzen wie Kartoffeln, Gurken, Tomaten, Paprika oder Kürbis werden damit vor allem reichlich mit Kalium versorgt.

Gegen Giersch helfen angeblich auch Bohnen. Dazu die Stelle umgraben und dicht Bohnen aussähen. Nach zweiter Ernte sollte der Giersch weg sein – weil Bohnen kann er gar nicht ausstehen.

Giersch ist anspruchslose Pflanze, die feuchte nährstoffreiche Böden bevorzugt und wächst vor allem in hellen Laub- und Mischwäldern. Finden kannst du ihm auch auf dem Weges- oder Waldrand, unter der Hecke, im Park oder Garten.

Von giftigen Vertretern der Doldenblütler kannst du ihm sicher erkennen:

  • die Blätter haben einen dreikantigen, bis zu 20 cm langen Stiel und sind einmal oder zweimal dreigeteilt,
  • sie sind spitz und haben einen gezähnten Rand,
  • am Ende seines Blattstängels befindet sich ein „Geißfüßchen“,
  • der Blütenstängel wird bis zu 90 cm hoch und ist leicht kantig bis rund, nicht behaart, nicht gefleckt, im unteren Bereich hohl,
  • oben sitzt eine 12-18-strahlige Doldenblüte,
  • die abgeflachten Samen sind etwa 3 mm groß, sie erinnern an Kümmel,
  • die Pflanze breitet sich durch unterirdische Ausläufer stark aus,
  • und verströmt einen typischen Gierschgeruch

Heilwirkung

Zu Heilzwecken werden vor allem die Blätter und unterirdische Ausläufer genutzt. Sammeln kannst du ihm von März bis November.

Sein wissenschaftlicher Name „podagraria“, weist auf seine Hauptanwendung auf. Gicht wurde früher auch Podagra genannt. Er wirkt im Körper basenbildend, entgiftend, harntreibend und löst die Harnsäure auf.

Er hilft auch bei Harnwegentzündungen, Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit, Hämorrhoiden, Hexenschuss, Husten, Insektenstichen, Ischias, Krampfadern, Rheuma, Verbrennungen, Verstopfung, Parasiten oder Zahnschmerzen.

Außerdem enthält viel Eiweiß, Vitamin C, A und Eisen. Gerade Vitamin C zeichnet ihm besonders aus: 15-mal mehr als Kopfsalat, 4-mal mehr als Zitrone und 2-mal mehr als Rosenkohl. Mit Mineralstoffgehalt überwiegt er 13-mal den Grünkohl. Deswegen passt er ausgezeichnet in die wilde Küche.

Seine jungen, hellgrünen und glänzenden Blätter haben zarten Geschmack, der auf Möhre und Petersilie erinnert. Am besten schmeckt er im Salat, Quiche, als Pesto oder als Pizzabelag. In der Küche kannst du auch seine süßlich schmeckenden Blüten und nach Cardamon schmeckende Samen nutzen.

Rezept

Aus Giersch kannst du nicht nur Tee zubereiten, aber auch Umschlag auf schmerzende Gelenke oder sogar eine Salbe herstellen.

Giersch-Salbe

Zutaten

100 ml Gierschöl, 50 g Bienenwachs, bzw. etwas Giersch-Tinktur

Herstellung

Das Gierschöl im Wasserbad auf 50 °C erwärmen, das Bienenwachs zugeben und langsam schmelzen lassen. Anschließend vom Herd nehmen und langsam handwarm rühren. Dann die Gierschtinktur Schluck für Schluck unter Rühren untermischen. Ist die Salbe kaltgerührt in Tiegel abfüllen.

 

Anwendung

Bei Gicht, Rheuma, Arthrose, Arthritis, Insektenstich, Hämorrhoiden, Krampfadern, Ischias oder leichten Verbrennungen.

2. Bärlauch „Allium ursinum“

Erkennungsmerkmale und Vorkommen

Bärlauch kannst du von März bis Mitte Mai sammeln – je nach Witterung und Meereshöhe. Die Blätter werden bis zu Blüte gesammelt, danach verlieren sie ihr so typischen Knoblauch-Geschmack. Die Blütenknospen und die Blüten selbst kannst du aber auch sammeln und nutzen.

Er wächst im feuchten, eher schattigen Orten, wo er typische Bärlauch-Teppiche bildet. Vor allem in Auen- und Laubwäldern und entlang von Bachläufen. Oft ist er auch als Zierpflanze im Garten oder Parks zu finden.

Weil du ihm leicht mit Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Aronstab verwechseln kannst, ist es wichtig an die Erkennungsmerkmale zu achten:

  • ausdauernde Pflanze mit unterirdischer Zwiebel – 4 – 6 cm lang, länglich, 1 – 2 cm breit, weiß-gelblich
  • oberirdischer Teil ist 15 bis 40 cm hoch mit 2 – 3 flachen länglichen Blättern (10 – 20 cm lang, 2 – 5 cm breit), Blätter haben sichtbaren Blattstiel, die Unterseite ist matt und hat parallelem Nervenverlauf
  • ganze Pflanze riecht nach Knoblauch
  • Blüten (6 – 20 Stück) sind klein, Kronenblätter weiß, zierlich und in Blütenstand – einer Dolde

 

Bärlauch ist zwar keine gefährdete oder geschützte Pflanze. In den Naturschutzgebieten ist sie trotzdem unter Gesetzschutz und darf nicht gesammelt werden.

Heilwirkung

Bärlauch ist natürliches Antibiotikum, Antioxidationsmittel und Vitamin-C-Quelle (100 g enthält etwa 150 mg Vitamin C). Auch Eiseninhalt ist erwähnungswert. Du kannst ihm präventiv oder z. B. als Frühjahrskur verwenden.

Er enthält auch Allicin. Ein Wirkstoff, der auch Knoblauch enthält und wirkungsvoll gegen Grippe, Erkältung, Respirationsproblemen, Angina, Durchfall, Tuberkulose, Staphylokokkus, Verdauungsproblemen, Kardiovaskulären System ist.

In der Küche ist sehr beliebt dank seinem Knoblauch-Geschmack. Das bekannteste Produkt ist sicher Bärlauch-Pesto. Weiter kannst du ihm zu Aufstrich, Salat, Suppe, Kräuter-Butter verarbeiten oder als Spinatersatz zubereiten.

Bärlauch wird meistens nicht getrocknet, damit verliert er zu viele seine wertvolle Inhaltsstoffe. Man kann ihm zur Tinktur oder Öl verarbeiten oder kleinschneiden und einfrieren.

Rezept

Bärlauch-Tinktur

Die Herstellung einer alkoholischen Tinktur ist einfach und eignet sich für innere Anwendung.

Zutaten

Frischer Bärlauch, Alkohol (ab 40 %) – z. B. Wodka, bzw. andrer Schnaps

Zubereitung

Ein sterilisiertes gut verschließbares Glas in die Hälfte mit frischen, kleingeschnittenen Bärlauch-Blättern locker füllen und bis Glasrand mit Alkohol auffüllen, verschließen und auf einem warmen und hellen Ort (ohne direkte Sonneneinstrahlung) für mind. 14 Tage stehen lassen. Wichtig ist das Glas täglich gründlich schütteln.

Nach der Ziehzeit das Gemisch abseihen, den Bärlauch ausdrücken und die Tinktur am besten in dunkle Fläschchen füllen. Dunkel und kühl lagern.

Anwendung

Bei Verdauungsstörungen, Erkältung oder Verschleimung der Atemwege als Tropfen mit Wasser einnehmen.

Dosierung: 3 x täglich 10 – 20 Tropfen. Nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet.

Achtung: bei Allicin-Allergie, schwachem Magen, Galle oder Bauchspeicheldrüse mit Vorsicht anwenden.

3. Gänseblümchen „Bellis perennis“

Erkennungsmerkmale und Vorkommen

Diese unscheinbare zarte Pflanze ist treue Bewohnerin kurzgeschnittenen Rasen. Sie wächst sehr schnell und blüht fast das ganze Jahr. Ganzjährlich kann man sie auch sammeln.

Du erkennst sie nach

  • die Blätter liegen in einer Blattrosette eng am Boden,
  • sie sind spatelig und etwa 4 cm groß,
  • die Blütenköpfe sitzen auf einem bis etwa 8 cm langen, blattlosen Stängel und haben weiße oder rosa Zungenblätter,
  • in der Blütenmitte sitzen tiefgelbe Röhrenblüten

Heilwirkung

Gänseblümchen hat sehr breite Nutzungsspektrum. Sie kann präventiv genutzt werden, aber auch zu den Heilzwecken bei verschiedensten Problemen wie z. B. Akne, Arterienverkalkung, Bronchitis, Ekzeme, Erkältungen, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gebärmutterprobleme, Hämorrhoiden, Hautentzündungen, Hautprobleme, Husten, Insektenstiche, Katarrh, Leberschwäche, Lippenherpes, Pickel, Wunden, Zahnfleischentzündungen.

Beliebt ist dieses Pflänzchen auch bei Kindern. Sie wirkt positiv auf die Psyche und kräftigt. Bei Insektenstichen stillt sie den Juckreiz und Schwellungen – dazu einfach die frischen Blätter oder Blüten zerquetschen und den Stich mit dem ausgetretenen Saft einreiben.

Auch in der Küche findet das Gänseblümchen ihre Verwendung. Es enthält Vitamin C, Magnesium und Eisen und passt hervorragend in herzhafte, aber auch süße Speisen – Salate, Suppen, Gemüsegerichte, Quark oder Butter, frisch als Brotbelag, in Desserts oder Süßgebäck oder als Kapernersatz. Bestimmt kennst du auch leckeren Gänseblümchen-Honig, Sirup oder Gelee.

Rezept

Dank seiner wundheilenden und desinfizierenden Wirkung ist Gänseblümchen beliebt auch in der Kosmetik.

Gesichtsmaske mit Gänseblümchen

Zutaten

1 EL getrockneten oder 3 EL frischen Blüten, 100 ml Wasser, 1 kleine Möhre, 1 Eiweiß

Zubereitung

Das Wasser zum Kochen bringen und die Blüten übergießen. 15 Minuten ziehen lassen und danach abseihen. Die Möhre fein reiben, das Eiweiß steif schlagen und mit 2 EL Gänseblümchen-Tee zu einer cremigen Masse rühren.

Anwendung

Auf Gesicht und Dekolleté auftragen und 10 min einwirken lassen. Mit lauwarmem Wasser abspülen und tägliche Pflege eintragen. Die Haut ist schön gereinigt und gestraft.

4. Brennnessel „Urtica dioica“

Erkennungsmerkmale und Vorkommen

Die Mehrheit von uns kennt die Brennnessel als lästiges Unkraut. Dabei ist sie eine der vielseitigeren Pflanzen überhaupt – wertvolles Lebensmittel, wichtiges und vielseitiges Heilmittel, ausgezeichneter Dünger, Textilpflanze, Hauptquelle für Chlorophyll, altes Färbermittel (gelb-grünliche Farbe) und sogar ein Bestandteil für Kosmetikprodukten.

Von Taubnessel kannst du sie sicher unterscheiden an

  • vierseitiger Stängel,
  • grob gezackte an Stielen stehende Blätter,
  • die Blätter stehen paarweise am Stängel, immer kreuzweise versetzt,
  • unscheinbare grünliche Blüte hängt an 2-5 cm langen Rispen,
  • es gibt männliche (kürzer und nicht so üppige Blütenrispen) und weibliche Pflanzen,
  • die Samen haben eine braune Farbe,
  • fein verästelte und flach kriechende Wurzel,
  • und nicht zuletzt: Brennhaare!

 Die Brennnessel steht uns das ganzes Jahr zur Verfügung. Hauptsächlich im Frühjahr hat sie die größte Kraft und ist damit ausgezeichnet für Frühlingskur. Gesammelt werden junge Pflanzen, später obere Spitzentriebe. Brennnessel ist ein Stickstoffzeiger – sie wächst auf nährstoffreichen Böden, im Wald oder am Böschungen, mit Sicherheit findest du sie in der Nähe von Komposthaufen – meistens unweit von Holunder.

Wenn du sie in der Küche nutzen möchtest, überrascht dich vielleicht ihr spinatartiger Geschmack, der aber wesentlich aromatischer ist. Genauso wie Spinat kannst du auch Brennnessel verarbeiten – in Smoothie, als Spinatersatz, Quiche oder Füllung, ihre Blätter kannst du als Chips braten, sogar im Kuchen kannst du sie verbacken. Auch ihre leicht nussige Samen sind eine Köstlichkeit. Dazu sind sie wertvolle pflanzliche Eiweißquelle. Die ganze Pflanze enthält 40 % davon, das ist mehr als jede andere Pflanze (z. B. Soja).

Heilwirkung

Brennnessel ist vor allem für ihre blutreinigende und blutbildende Wirkung bekannt. Für ihre entgiftende Wirkung ist sie die meist benutze Pflanze für Frühjahrsdetox. Sie wirkt harntreibend, entzündungshemmend sogar dermatologisch, blutzuckersenkend und herztätigkeitsunterstützend.

Sie ist bei Erkrankungen des Bewegungsapparats und Metabolismusstörungen empfohlen. Ob als Tee, Saft, Tinktur, Breiumschläge oder sogar als Peitschen mit frischen Trieben.

Ihre Samen haben aphrodisierende Wirkung. Auch in der Tierheilkunde ist sie beliebt – sie wirkt milchbildend und ist wichtige Futterpflanze für zahlreiche Schmetterlingsarten.

Rezept

Aus den unterirdischen Ausläufen wird ein hervorragendes Mittel für die Prostata hergestellt.

Brennnesselwurzel-Tinktur

Zutaten

Frische Brennnesselwurzeln, 40 %-tiger Alkohol

Zubereitung

Die Wurzeln säubern, kleinschneiden und in steriles und verschließbares Glasgefäß füllen und mit Alkohol übergießen. 3 Wochen auf einem hellen Platz stehen lassen und täglich schütteln. Anschließend abseihen und in dunkle Flaschen füllen.

Anwendung

Dreimal täglich 20 Tropfen mit genug Wasser einnehmen.

5. Geflecktes Lungenkraut „Pulmonaria officinalis“

Erkennungsmerkmale und Vorkommen

Diese schön farbige Pflanze findest du in schattigen Hainen, Laubwäldern und oder auf schattigen Plätzen mancher Gärten. Ihm sammeln ist sehr einfach, weil er große saubere Bestände bildet. Gesammelt wir das blühende Kraut ab April bis Mai oder nur seine unteren Blätter.

Interessant ist, dass seine Blüten am Anfang rosa und später lila sind. Nach der Bestäubung sogar blau. Diese Farbenänderung hängt mit dem Säuregehalt zusammen – von sauer bis basisch. Das ist gleichzeitig ein Signal für die Insekten, in welchen Blüten noch leckeren Nektar gibt. Beobachtungen haben gezeigt, dass manche Insektenarten nur die rosa Blüten besuchen.

Für diese ausdauernde Pflanze der Familie Raublattgewächse ist typisch

  • Höhe bis 30 cm
  • dünner verzweigter Stängel mit behaarten Blütenstängeln, oft hell gefleckte herz-eierförmige Blätter,
  • Blüten sind zwittrig, rosa-, lila- und blaufarbig
  • Seine Klausenfrüchte sind braun

Heilwirkung

In gegenwärtiger Medizin wird Lungenkraut nicht genutzt. In der Homöopathie und Volksheilkunde (wie schon Name verrät) wird er bei Bronchitis und Lungenerkrankungen genutzt. Lungenkraut-Tee heilt nicht nur die Entzündung der Bronchien, aber er regeneriert auch die Schleimhäute der Atemwege und Verdauungssystems, erhöht die Blutgerinnung, wirkt leicht harntreibend und zusammenziehend. Äußerlich wird in der Form von Umschlägen oder Waschungen schlecht heilenden und eitrigen Wunden oder blutenden Hämorrhoiden genutzt.

Seine innere Anwendung soll nicht länger als 3 Wochen dauern und ist nicht für Kleinkinder, Schwangere und Stillende geeignet.

Junge Blätter sind beliebter Bestandteil Frühjahrssalaten, Soßen oder Suppen, als Spinatersatz, du kannst sie sogar im Teig braten. Die Blüten kannst du z. B. in Aufstriche zugeben. Ganze Pflanze schmeckt angenehm nach Gurke.

Achtung: Lungenkraut erhöht die Blutgerinnung, deswegen ist bei der Nutzung wichtig Trinkregime zu einhalten oder sogar erhöhen.

Rezept

Bei Verschleimung, Bronchitis, Abhusten oder Verdauungsstörungen kannst du dir Lungenkraut-Tee zubereiten.

Lungenkraut-Abkochung

Zutaten

Blühendes Kraut, heißes Wasser

Zubereitung

Das blühende Kraut mit heißem Wasser übergießen und 15 bis 20 min unter Deckel ziehen lassen. Danach abseihen.

Anwendung

Eine Tasse dreimal täglich.

6. Löwenzahn „Taraxacum officinale“

Erkennungsmerkmale und Vorkommen

Löwenzahn verdient unsere besondere Aufmerksamkeit. Wir können ihm zwar eher als unangenehmes Unkraut, aber in der Wirklichkeit ist es unentbehrliche Heilpflanze. Und das hauptsächlich bei Verdauungsstörungen und Galle- und Lebererkrankungen.

Es gibt etwa 200 verschiedene Unterarten, die mehr oder weniger die gleichen Wirkstoffe und damit auch die gleiche Wirkung haben. Du kannst ihm ganz einfach an folgenden Merkmalen erkennen

  • die Blätter bilden eine Blattrosette
  • sie sind eiförmig bis lanzettlich und gering bis stark gelappt, eingeschnitten und gezähnt, bis 15 cm lang
  • Blüten sitzen auf einem bis 40 cm langen blattlosen Stiel,
  • gelbe Blütenständer bilden bis 200 einzelne Zungenblüten, offen sind nur am sonnigen Tagen
  • Pfahlwurzel ist bis 2 m lang
  • ganze Pflanze bildet weiße Milch (Latex), die auf der Haut braune Flecken hinterlässt

Finden kannst du ihm auf Wiesen, Weiden oder im Garten. Gesammelt wird er von März bis November – alle seine Teile – Wurzel, Blatt, Blütenstiel, Blütenknospen, Blüten sogar Samen.

Heilwirkung

Durch sein Gehalt an Bitterstoffen unterstützt er die Gallenbildung, Leber- und Nierenaktivität und regt Appetit an. Gleichzeitig wirkt er entzündungshemmend, reinigend, bindegewebestärkend und blutzuckerspiegelsenkend.

Sehr beliebt ist er für die Frühjahrskur. Entweder pur oder in Mischungen mit weiteren Heilkräutern. Tee kannst du aus Blättern oder auch aus Wurzeln zubereiten. Natürlich kannst du ihm auch roh essen.

Jungen Blättern kannst du in schmackhaften Frühlingssalat zugeben. Sie sind sehr Vitamin- und Mineralstoffreich. Aus getrockneten und gerösteten Wurzeln kannst du dir Kaffee-Ersatz zubereiten, aus Blütenständen Sirup, Honig oder Wein.

In der Schwangerschaft kannst du Löwenzahn unbedenklich nutzen. In der Stillzeit werde ich dir es nicht empfehlen. Die Bitterstoffe gehen in die Muttermilch über, was einen unangenehm bitteren Geschmack der Milch verursacht. Es schadet dem Baby auf jeden Fall nicht, nur schmecken tut es ihm mit Sicherheit auch nicht.

Rezept

Dieses Rezept ist für mich totale Kindheitserinnerung! Ich liebe Löwenzahn-Honig.

Zutaten

400 Blüten, 2 Bio-Zitronen, 2 l Wasser, 2 kg Zucker

Zubereitung

Die Blüten ausschütteln und in Topf geben. Zitronen waschen, in Scheiben schneiden (Kerne rausnehmen) und zu Blüten zugeben. Mit Wasser übergießen, kurz aufkochen und 24 Stunden ziehen lassen.

Anschließend abseihen, Blüten mit Zitronenscheiben ausdrücken und Zucker zugeben. Und dann nur noch kochen. Bis der Mazerat zu einer honigartigen Masse wird, dauert es etwa 1,5 Stunde.

Achtung: Am Ende der Kochzeit schäumt es gerne über.

Die erwünschte Konsistenz kannst du einfach überprüfen – dazu reicht ein paar Tropfen auf einem Teller erkälten lassen. Fertigen Honig in sterile Gläser füllen, verschließen, beschreiben und kühl aufbewahren.

Du kannst Löwenzahn-Honig auch ohne kochen zubereiten. Dazu schichtest du einfach die Löwenzahnblüten abwechselnd mit Zucker und lässt sie mehrere Wochen an einem hellen Ort ziehen. Mit ist es leider noch nie gelungen – es gärt und schimmelt sehr gerne.

2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Gabi Arnol

    Vielen Dank für die Infos! Manches wusste ich schon, vieles nicht und ich werde versuchen einiges auszuprobieren.

    Antworten
    • Zdenka Hanakova

      Das freut mich sehr, liebe Gabi 🙂 Viel Spaß beim Ausprobieren!

      Antworten

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