Kräuter-Tee selbst zubereiten

Beitrag vom 15 Jun, 2020

Von Martin Schädlich

Kräuter-Tee selbst zubereiten

Das erste, was dir beim Stichwort „Kräutermedizin“ in den Sinn kommt, ist bestimmt der Kräutertee. Es ist kein Zufall, weil er ist die am häufigsten zu Hause selbst zubereitete pflanzliche Anwendung.

Heilkräuter kannst du aber noch vielseitiger verwenden: Gurgeln, Mundspülung, Wundauflage, Umschläge, Wickel, Augenspülungen, Badezusätze, Inhalationen, Öle, Salben, Tinkturen oder in der Küche (etwa als Salat oder Gewürzmittel).

Tee – den wässrigen Auszug aus Pflanzenteilen – kannst du aus frischen oder getrockneten Kräutern zubereiten, und zwar als:

  • Aufguss (Infus): 1 Esslöffel frischen oder 1 Teelöffel getrockneten Heilkräuter werden mit 200 ml heißem Wasser übergossen – das ist die häufigste Zubereitungsart. In der Regel 10 bis 15 Minuten (bei Teemischungen mit Früchten bis 25 Minuten) ziehen lassen, Gefäß abdecken, damit sich die flüchtigen (ätherischen) Inhaltsstoffe (z. B. in der Kamille oder Lavendel) nicht verziehen, danach abseihen und heiß oder abgekühlt genießen.
  • Abkochung (Decoct): Dieses Verfahren wird besonders bei harten Pflanzenteilen wie harte Blätter, Wurzel oder Rinden angewendet. Die Heilpflanzen (1 Esslöffel frischen oder 1 Teelöffel getrockneten Kräutern) werden mit 200 ml kaltem Wasser (plus bis 1/3 mehr je nach Kochdauer) aufgesetzt, aufgekocht und mindestens 10 bis 20 Minuten (oder auch 30 bis 60 Minuten) bei starker Hitze gekocht, um weitere Wirkstoffe zu lösen.
  • Kaltauszug (Mazerat): dazu werden Kräuter viele (bis 24) Stunden in kaltes Wasser gelegt und erst zur Anwendung erwärmt. Hierdurch lassen sich auch hitzeempfindliche Wirkstoffe gewinnen (z. B. aus Mistel oder Baldrian).
  • Aufkochung: Manche Kräuter und Wurzeln (z. B. Eibischwurzel) werden zunächst mit kaltem Wasser übergossen und erst nach dem „Ziehen“ aufgekocht.

 

Damit die Kräuter-Tees ihre heilenden Kräfte entfalten können, solltest du sie mit Bedacht trinken. Dazu können dir folgende Tipps helfen:

  • Heilkräutertees immer schluckweise und in Ruhe trinken.
  • Nicht mit „vollem Bauch“ trinken, damit der leere Magen die Wirkstoffe besser aufnehmen kann. Dazu sind die besten Zeiten morgens vorm Frühstück, vor dem Schlafengehen bzw. 1 bis 2 Stunden nach dem Essen.
  • Manche Kräutertees kannst du als „Kur“ trinken. Grundsätzlich gilt aber: wenn du den gleichen Tee länger als einen Monat trinkst, solltest du danach 3 Wochen eine Pause machen.
  • Es ist generell empfohlen Kräutertees ungesüßt zu trinken. Es spricht aber nichts dagegen, gerade bei oft bitter schmeckenden Hustentees, mit Honig zu süßen oder Schuss Apfel- oder Zitronensaft oder Kräutersirup zuzugeben. Beachte dabei nur, dass der Tee Trinktemperatur haben soll, damit die wertvollen Wirkstoffe durch eine zu hohe Temperatur nicht zerstört werden.

 

Eine Übersicht der wichtigsten Heilpflanzen mit ihrer Wirkungs- und Anwendungsweise findest du hier.

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